Pädagogisches Konzept

Jedes Kind hat seinen eigenen Charakter, besitzt viele Fähigkeiten und hat einen angeborenen Willen zu lernen. Unser pädagogisches Konzept bildet den Rahmen für unsere erzieherische Arbeit, die den Kindern ermöglicht, ihren natürlichen Bewegungsdrang auszuleben und sinnliche Erfahrungen (1) zu machen. In der Gemeinschaft der Gruppe üben wir mit den Kindern ihre sozialen Kompetenzen (2) zu entwickeln. Mit vielen abwechslungsreichen, kreativen Angeboten, welche spielerisch die Intelligenz der Kinder anregen, versuchen wir das Interesse an Bildung (3) zu wecken und zu befriedigen.

1. Bewegung/sinnliche Erfahrung

Welch nachhaltigen Einfluß Bewegung auf die Entwicklung unserer Kinder hat, braucht hier kaum beschrieben zu werden. Die vielen seelischen und körperlichen Folgen, die ein Dasein als modernes "Drei-Scheiben-Kind" (Fenster, Autofenster, Monitor/Bildschirm) hat, sind noch nicht absehbar. Für Kinder, die in einem städtischen Raum groß werden, sind sichere (verkehrsfreie) Bewegungsangebote besonders wichtig. In der Funckstraße wird ihnen dafür großzügiger (2000 qm Gartengrundstück mit Kletterbäumen usw.) Raum gewährt. Sommerliche Wasserspiele, Ausflüge, regelmäßiges Schwimmen und Reiten sowie betreute Turnspiele ergänzen diese Möglichkeiten. Haptische Erfahrungen lassen sich nicht nur beim üblichen "Matschen" sammeln, sondern auch in der Küche bei der Zubereitung der Mahlzeiten.

2. Soziale Kompetenz

Soziale Kompetenz lernen Kinder vom Säuglingsalter an. Für das Lernen im Kindergarten-Alter gehen wir von zwei Schwerpunkten aus: Zum einen die Möglichkeit, die eigene soziale Kompetenz im freien Rollenspiel (die pädagogische Arbeit besteht hier in einem eher unsichtbaren, beobachtenden "Hüten") ständig zu erweitern und zum anderen ein notwendiges Maß an Regeln, das für die nötige Sicherheit/ Geborgenheit sorgt. (Ein Hammer ist kein Wurfinstrument sondern ein Werkzeug!) Soziale Kompetenz beinhaltet nach unserem Dafürhalten die Fähigkeit, in sozialen Interaktionen

Das Üben dieser sozialen Interaktionen ermöglicht den Kindern

Das bedeutet letztendlich, daß sie nicht mehr der eigenen Aggression bzw. Hilflosigkeit ausgesetzt sind.

3. Bildung

Kinder sind von Natur aus sehr neugierig und spielen gern. Aus diesen beiden Antrieben ergibt sich ein Lernvermögen, dass uns Erwachsene oft staunen lässt: Zum einen staunen wir über die Beharrlichkeit und Ausdauer, mit der Kinder oft eine Frage, ein Problem oder ein Spiel weiter verfolgen; zum anderen staunen wir über die Lernkapazität, mit der Kinder z.B. Texte, Lieder und Gedichte einfach so nebenbei auswendig lernen, ebenso wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Uns kommt es darauf an, im Kinderladen Bedingungen zu schaffen, in der sich die Neugierde, der Forscherdrang und die Selbstständigkeit der Kinder möglichst gut entfalten können. Lernen muss dann gar nicht "veranstaltet" werden, sondern ergibt sich einfach aus dem, was gerade abläuft. So ergeben sich zum einen kleine Forschungsprojekte ganz selbstverständlich und überraschend aus alltäglichen Fragen, wie leben die Regenwürmer, wie bekommt ein Baum sein Wasser bis zur Spitze, aber auch wie benimmt man sich bei einem gemeinsamen Ausflug ins Restaurant? Außer diesen "Überraschungsangeboten" gibt es einige ganz regelmäßige Angebote: Zum einen wird täglich gelesen und vorgelesen, Kinder entwickeln auch schon mal eigene Geschichten und tragen sie vor. Die Förderung der sprachlichen Fähigkeiten liegt uns besonders am Herzen. Zum anderen machen wir einmal die Woche einen Ausflug z.B. ins Von der Heydt oder Fuhlrott Museum, in die Müllverbrennung, zur Feuerwehr, auf Bauernhöfe, in die Unterwasserwelt in Dortmund usw. Für neue Vorschläge und Ideen sind wir immer aufgeschlossen.

Unser pädagogisches Konzept beinhaltet keinen vorschulerzieherischen Drill auf vermeintliche schulische Anforderungen, sondern die selbständige Befähigung der Kinder, sich sozial zu verhalten sowie eigene Lernwünsche zu entwickeln und durchzusetzen. Wir sehen unsere Aufgabe darin, den Kindern sensible, interessante und durchaus auch mal individuelle Angebote zu machen, ihre Lernvorgänge zu betreuen und ihren Wissensdurst jederzeit ernst zu nehmen - so lernen auch wir am meisten.